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Jahresbericht 2010

Präsidiales
Ein Glücksfall für Thalwil

So betitelte die Lokalpresse am 21. April 2010 den Artikel über den Beginn der Umbauarbeiten für die neuen Räume der Wohnchetti und die Pflegeplätze für die Spitex-plus an der Alpenstrasse 24. Während auf der Baustelle die Bauhandwerker mit ihrer Arbeit begannen, war es für den Stiftungsrat und die Betriebsleiterin zugleich der Spatenstich für die letzte Etappe der grossen Vorbereitungsarbeiten. Die Auflösung der bisherigen Wohngruppe Tuchhof und das Einrichten der neuen Liegenschaft, die nun vier Plätze mehr anbieten kann, gab einiges zu planen. Obwohl die Stiftung Wohnchetti finanziell unabhängig ist, also keine Subventionen bezieht, muss ihr Betrieb vom Sozialamt des Kantons Zürich bewilligt werden. Dafür mussten viele Papiere, welche die Art und Qualität unserer Arbeit in allen Bereichen belegen, eingereicht werden. Zusammen mit den Mitarbeitenden wurden Arbeitsgruppen gebildet, um die Einrichtung der neuen Räume, die Neuverteilung auf die Bewohnerinnen und Bewohner und schliesslich den Umzug vorzubereiten.Gleichzeitig wurde der Kontakt zur Spitex-plus intensiviert, um die künftige Nachbarschaft und die daraus entstehenden Synergien zu besprechen. Bis ein Projekt dieser Grösse steht, braucht es viele Gespräche und guten Willen auf allen Seiten. Die Stiftung Wohnchetti hat die Zusammenarbeit mit allen Beteiligten jederzeit als sehr bereichernd empfunden. Dafür bedanke ich mich an dieser Stelle gerne beim Gemeinderat, bei der Liegenschaften- und Baukommission, vertreten durch Urs Klemm und Andreas Federer, beim Architekten Robert Ritschard und beim Verein Spitex-plus. Ebenfalls bedanken möchte ich mich bei der Bevölkerung von Thalwil, welche der Umnutzung des Hauses und der Renovation für 3,3 Mio. Franken zugestimmt hat. Das vergangene Jahr hat von den Mitarbeiterinnen und den Stiftungsräten viel zusätzliche Arbeit und auch seitens der Bewohnerinnen und Bewohner viel Verständnis gefordert. Ich danke allen von Herzen für das Mitdenken und den grossen Einsatz.
(Christine Piquerez, Präsidentin Stiftung Wohnchetti)

Neueröffnung Wohngruppe Alpenstrasse

Endlich es es soweit. Im April eröffnet die Stiftung Wohnchetti die neue Wohngruppe an der Alpenstrasse 24 in Thalwil. An der Urnenabstimmung vom 29. November 2009 wurde die Sanierung der gemeindeeigenen Liegenschaft mit einem grossen Ja-Stimmen-Anteil angenommen. Die Bevölkerung von Thalwil hat damit auch zum Ausdruck gebracht, dass sie die Arbeit der Stiftung Wohnchetti für Thalwil und die Region Zimmerberg weiterhin unterstützen möchte.
In der Liegenschaft steht uns Wohnraum für 10 Bewohnerinnen und Bewohner zur Verfügung. Die Wohnung ist ebenerdig, rollstuhlgängig und verfügt neben den sieben Bewohnerzimmern auch über 3 Studios mit einer eigenen Kochnische und einem eigenen Badezimmer. Das Wohn- und Esszimmer sowie die Küche stehen allen Bewohnerinnen und Bewohnern zur Verfügung. Neu wird auch das Büro der Betriebsleitung der Stiftung Wohnchetti an der Alpenstrasse zu finden sein.
Die Studios ermöglichen uns, Bewohnerinnen und Bewohner aufzunehmen, die eine grössere Selbständigkeit wünschen. Durch gezielte Unterstützung wird dort Hilfe angeboten, wo sie benötigt wird und Eigenverantwortung und Eigeninitiative gefördert.

Am bisherigen Konzept der Wohnchetti wird festgehalten

  • Führen von kleinen familiären Wohnformen
  • Im Dienste von sozial und gesellschaftlich benachteiligten Menschen der Gemeinde Thalwil und Umgebung
  • Die Wohnchetti ist offen für Bewohnerinnen und Bewohner aus anderen Kultur- und Sprachkreisen
  • Persönlichkeit und Selbstbestimmung achtend, Fähigkeiten und Eigeninitiative fördernd

Am neuen Standort können, wie bisher auch im Freihof an der Alten Landstrasse, Frauen und Männer aufgenommen werden, die eine betreute Wohnsituation brauchen, sei es aus psychischen und/oder physischen Gründen.
Die Bewohner sollen auch im hohen Alter in der Wohnchetti bleiben können, sofern der Pflegeaufwand durch die Wohnchetti mit Unterstützung durch die Spitex aufgebracht werden kann.
Ältere und auf Pflege angewiesene Bewohnerinnen und Bewohner werden nach Möglichkeit der Wohngruppe Alpenstrasse zugeteilt. Die Wohngruppe Freihof beherbergt jüngere Bewohnerinnen und Bewohner ab ca. 30 Jahren.

Neues in Angriff nehmen heisst aber oft auch, Altes und Vertrautes zurücklassen

Bereis kurz nach der Eröffnung der ersten Wohngruppe Zimmerberg im Jahre 1988 konnte 1989  in der gemeindeeigenen Liegenschaft an der Mühlebachstrasse die Wohngruppe Tuchhof eröffnet werden. Die beiden Wohnungen im Hochparterre und im 1. Stock konnten bereits seit längerer Zeit den Bedürfnissen einer betreuten Wohngemeinschaft nicht mehr in allen Belangen gerecht werden. Die Treppen verhinderten die Aufnahme von Menschen mit einer körperlichen Beeinträchtigung. Auch auf die zunehmenden Anfragen für geeignete Wohnmöglichkeiten für Frauen, konnten wir aufgrund der ungenügenden sanitären Anlagen nicht reagieren. Den Charme des alten Hauses an der Mühlebachstrasse werden wir aber vermissen, insbesondere die heimeligen und grosszügigen Zimmer und selbst dem Knarren des Treppenhauses werden wir wohl etwas nachtrauern.
Beide Wohngruppen werden in den kommenden Monaten spannende, aber auch sehr anstrengende Momente durchleben. Die Gruppen müssen Abschied nehmen von Vertrautem, den neuen Ort kennenlernen und neue Bewohnerinnen und Bewohner willkommen heissen. Das Zusammengehörigkeitsgefühl als Wohngemeinschaft muss sich wieder entwickeln, gemeinsame Ausflüge und Aktivitäten werden dabei sicher eine wichtige Rolle spielen.
Mit einem "Tag der offenen Türe" können wir am 2. April die Eröffnung der Wohngruppe Alpenstrasse feiern. Dies wird uns Gelegenheit geben, Interessierten einen Einblick in die Arbeit der Stiftung zu geben und unseren Spendern und Sponsoren ganz persönlich für ihre Unterstützung zu danken.
(Vreni Eichenberger, Betriebsleiterin)

 

Auch in den Wohngruppen hat der bevorstehende Umzug seit längerer Zeit seine Schatten voraus geworfen

Ab Mitte Jahr spürte man bei den Bewohnerinnen und Bewohnern die Unsicherheit, die Ungewissheit was sich ab April 2011 verändern wird. Wer wird wohin zügeln? Wie werden wir uns am neuen Ort einleben können und wie die kleineren Zimmer einrichten? Die gewohnte Umgebung zu verlassen fällt schwer. Alles ist vertraut. Für diejenigen, die vom Freihof an die Alpenstrasse umziehen werden, ist der Weg ins Zentrum von Thalwil eine Umstellung. War doch die Bushaltestelle gleich vor der eigenen Haustüre ideal gelegen. Umgekehrt haben die Bewohner, die nun vom Tuchhof in den Freihof umziehen einen weiteren Weg ins Zentrum. 
Aber auch die positiven Aspekte werden mit einbezogen: Die Spitex-plus im oberen Stockwerk kann Bewohnerinnen und Bewohnern, die nicht mehr ganz so gesund sind, das Gefühl von Sicherheit geben. Die Wohngruppe verfügt gegenüber dem Freihof über drei zusätzliche Zimmer und damit auch über mehr Betreuerinnen. Neu soll in beiden Gruppen wieder jeden Mittag und Abend selber gekocht werden. Das gibt ihnen mehr Selbstbestimmung bei der Menüwahl, verlangt aber auch eine vermehrte Mithilfe der Bewohnerinnen und Bewohner beim Einkaufen und Rüsten.
Im Oktober trafen sich alle Betreuerinnen mit der Betriebsleitung und Stiftungsratsmitgliedern zu einer Besichtigung der Liegenschaft Alpenstrasse. Am anschliessenden Arbeitsnachmittag konnten viele Fragen bezüglich der neuen Wohngruppe und dem Betreuerinnenteam geklärt werden. Nun konnten wir auch die Bewohnerinnen und Bewohner genauer informieren und mit ihnen besprechen, wer wohl wo besser aufgehoben sein wird. Mit viel Elan machten wir uns an die Vorbereitungen für den Umzug und die Eröffnung.
Dann trat ein Ereignis ein, welches das Umzugsthema an den Rand drängte. Herr Hedinger, der seit 1996 bei uns wohnte, starb im 78. Altersjahr nach einem kurzen Spitalaufenthalt überraschend. Uns allen war im letzten Jahr aufgefallen, wie er an Energie verloren hatte und wie schnell er auch im Alltag ermüdete. Sein Tod traf uns trotzdem unvorbereitet. Wir vermissen seine Sprüche, seine ausgleichende Anwesenheit, seine kommunikative Art, sogar seine manchmal gar nicht höflichen Aufforderungen wie: "Heiri, bind mer d'Schue!". Wer macht den Betreuerinnen jetzt ein Kompliment für das gute Essen oder sagt: "Bisch e Liebi"?
Manchmal erscheint uns das Wohnzimmer leer ohne ihn und auch die Kaffee- oder Zigarettenpause ist nicht mehr das, was sie vorher war. Es ist traurig, dass er nicht mit an die Alpenstrasse kommen kann.

Trotzdem haben wir jetzt die Zimmerverteilung in Angriff genommen und beschäftigen uns langsam mit dem Gedanken: Was kommt mit und wohin und was wird entsorgt? Und wenn dann der Sommer kommt, werden wir uns ganz sicher auch am neuen Ort wieder so wohl fühlen wie bisher.
(Monika Zellmeyer und Regina Rossol, Gruppenverantwortliche Wohngruppen Freihof und Tuchhof)

 

Stiftungsrat:
Rücktritt von Dr. Kurt Brüllmann

Nach rund 14 Jahren Mitarbeit im Stiftungsrat ist im vergangenen Jahr Kurt Brüllmann zurückgetreten. All die Jahre hat er sein ganzes berufliches Wissen als Arzt der Wohnchetti zur Verfügung gestellt. Sei es an Aufnahmegesprächen mit neuen Bewohnern oder mit medizinischem Rat. Solange er seine eigene Praxis in Gattikon führte, war er auch der offizielle Heimarzt der Wohnchetti. Obwohl für unsere Bewohnerinnen und Bewohner freie Arztwahl besteht, haben ihn viele auch zu ihrem Hausarzt gemacht. Das zeigt seine grosse Beliebtheit bei ihnen. Die Mitarbeitenden und der Stiftungsrat danken Kurt Brüllmann von Herzen für sein Engagement und wünschen ihm alles Gute im wohlverdienten Ruhestand. 

Neues Stiftungsratsmitglied

Im Juni 2010 konnten wir Elsbeth Kuster-Kölliker als Nachfolgerin für Kurt Brüllmann willkommen heissen. Elsbeth Kuster-Kölliker hat nach der Ausbildung zur Apothekenhelferin eine Ausbildung zur Krankenschwester absolviert und sich später zur Onkologiepflegefachfrau Höfa 1 und in psychoonkologischer Begleitung von Betroffenen und Angehörigen weitergebildet. Aktuell arbeitet sie Teilzeit in einer onkologischen Arztpraxis. Mit ihrer guten Verknüpfung in der Gemeinde ist sie uns eine wertvolle Hilfe im Stiftungsratskollegium.

 

Finanzen:
Erfolgsrechnung und Bilanz

Der Jahresabschluss 2010 weist mit Einnahmen von Fr. 675'832 und Ausgaben von Fr. 673'750 einen kleinen Gewinn von Fr. 2'082 aus.
Die Auslastung der Zimmer verzeichnete einen kleinen Rückgang gegenüber dem Vorjahr. Die Ausgaben konnten aber dank sehr sorgfältigem Umgang mit den vorhandenen Mitteln im Lot gehalten werden.
Auch dafür ein herzliches Dankeschön der Betriebsleitung und den Mitarbeiterinnen.
(Markus Bürgler, Stiftungsrat)

                                                                                                    2010                                2009

Aktiven
  Umlaufsvermögen                                                                  213'612                            216'465
    Flüssige Mittel                                                                        133'151                            129'158
    Forderungen                                                                             89'161                              96'407      
    Delkredere                                                                                -8'700                               -9'100

  Anlagevermögen                                                                    161'594                            159'781
   
Anlagenkonti                                                                           161'594                            159'781

  Total Aktiven                                                                           375'206                           376'246

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Passiven
  Fremdkapital kurzfristig                                                            16'730                              25'955

  Rückstellungen / Spenden / Projekte                                      141'507                             135'404   
    Spenden (nicht zweckgebunden)                                                 31'171                               26'069
    Spenden (zweckgebunden)                                                       103'336                              102'335
    Projekt Alpenstrasse                                                                   7'000                                  7'000

  Eigenkapital                                                                            216'969                              214'887
    Stiftungskapital                                                                        214'887                              215'685
    Gewinnvortrag (+) / Verlustvortrag (-)                                           + 2'082                                  - 798

  Total Passiven                                                                         375'206                              376'246

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 Erfolgsrechnung                                                                   2010                                2009

  Ertrag                                                                                       675'832                              684'896
   
Dienstleistungen Pensionäre                                                      674'465                              683'233     
    Zinsen                                                                                         1'367                                  1'663

Aufwand                                                                                     673'750                              685'694
    Personalaufwand                                                                       496'096                              488'814
    Verpflegung, Miete, Energie                                                        154'380                              159'212
    Verwaltungskosten, Unterhalt                                                       15'536                                16'830
    Übriger Betriebsaufwand                                                                8'138                                11'738
    Debitorenverluste, Rückstellungen                                                   - 400                                 9'100

  Jahresergebnis                                                                           + 2'082                                -  798
  Gewinn (+), Verlust (-)                           

 

Wir bedanken uns herzlich bei folgenden Spenderinnen und Spendern:
Bank Thalwil, Thalwil; E. Baumgartner, Kilchberg; Frauenverein Gattikon; Gemeinde Hirzel; Gemeinde Thalwil; S. Graf, Cham; M. Grüter, Kilchberg; K. Jost, Wabern;
Kath. Pfarramt, Thalwil; M. Keller, Adliswil; P. Kuster, Thalwil; H.+M.Langenegger, 
Gattikon; H. Metger, Thalwil; Dr. H. + P. Pfrunder, Thalwil; Pro Senectute, Thalwil;
P.+S. Schäppi, Wädenswil; J.+M. Schmidlin, Thalwil; Dr. U. Seefeld, Thalwil;
C. Spengler, Thalwil; Stauffacherinnenbund, Thalwil; D. Thomas, Thalwil;
U.+J. Vingnaes-Bolliger, Thalwil; D.+A. Weber, Thalwil;  A.+K. Zellmeyer, Zürich
Anonyme Spenden
 
Organisation der Stiftung 2011
Stiftungsrat
 
Christine Piquerez
Präsidentin und Ressort Betrieb
Hofstrasse 21, 8136 Gattikon
044 720 21 57
 
Hildegard Löhrer
Vizepräsidentin und Ressort Öffentlichkeitsarbeit
 
Marianne Hinder
Ressort Personal
 
Markus Bürgler
Ressort Finanzen
 
Elsbeth Kuster-Kölliker
Ressort Bewohner
 
Betriebsleitung
Vreni Eichenberger
 
Gruppenverantwortliche
Regina Rossol, Wohngruppe Freihof
Monika Zellmeyer, Wohngruppe Alpenstrasse
 
Betreuerinnen
Umi Avci
Ruth Gonzalez-Brändli
Marianne Wuhrmann
Martina Wüthrich
 
Weitere Mitarbeiterinnen
Christa Ediz, Aushilfe
Lisa Flisch, Aushilfe
Gospa Rakovic, Reinigungsfrau
Vesna Rakovic, Reinigungsfrau
Marica Stepic, Reinigungsfrau
Ruth Meier, Buchhaltung
 
Revisionsstelle
Audit Treuhand AG, Horgen 
           
Adresse
Stiftung Wohnchetti
Alpenstrasse 24
8800 Thalwil
Tel. 044 720 20 16
www.wohnchetti.ch

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